DIE GESCHICHTE DER ÖSTERREICHISCHEN NUMMERNTAFELN

Österreich hatte wunderbare schwarze Nummerntafeln, die in Harmonie mit dem kulturellen Erbe dieses Landes entstanden sind.

Sie wurden ein erkennbares und unverwechselbares Symbol in Österreich und auf den Straßen Europas, genau wie eine Nationalflagge. Österreich war stolz auf seine Nummerntafeln.

Bis die Gleichmachungsmanie und industrielle Interessen auf das Verlangen des österreichischen Verkehrsministers nach persönlichem Prestige gestoßen ist, der, mit der Unterstützung von technokratischen Statistikern, das Parlament dazu überredet hat, das Gesetz zu ändern, damit völlig unnötigerweise der österreichischen Mentalität und Tradition fremde weiße Nummerntafeln eingeführt werden. Als Begründung wurde eine sogenannte vermehrte Verkehrssicherheit an den Haaren herbeigezogen.
Österreich, das langsam im Meer von weißen Tafeln der umgebenden Länder ertrinkt, verliert einen Teil seines kulturellen Erbes, seiner Tradition, Identität, Eleganz und seinen spezifischen Charakter.
Die Republik Österreich hatte immer schwarze Nummerntafeln. Nur während des Anschlusses an das dritte Reich in der Zeit von 1938 – 1945 waren es weiße deutsche Tafeln.
Die Österreicher, nicht nur die Autofahrer, fühlten sich überfahren und waren wütend.

Hundertwassers Neuentwürfe der traditionellen schwarzen Nummerntafeln wurden mit größeren, reflektierenden Ziffern und Buchstaben und großen verbesserten Wappen für die neun Bundesländer ausgestattet, die besser geeignet und schöner waren.

Später wurden rückstrahlende blaue Umrandungen um die Zeichen hinzugefügt, wodurch sich die Rückstrahlfläche bei Nacht verdoppelt.

Eine Konferenz von bedeutenden internationalen Experten für Verkehrssicherheit in Graz bestätigte, daß weiße reflektierende Zeichen auf schwarzem Grund nicht nur den Erfordernissen der Sichtbarkeit entsprechen, sondern sicherer sind als schwarze Zeichen auf weissem reflektierenden Hintergrund, unter anderem weil die Letzteren die Aufmerksamkeit von verwundbareren Straßenbenutzern wie Fußgängern und Radfahrern ablenken.

Nach dem Protest von Hundertwasser in Pressekonferenzen, Autobus- und Messedemonstrationen bestärkte die öffentliche Meinung, die von Meinungsumfragen, Fernsehumfragen, den Medien, Autofahrerclubs, Taxiverbänden, einem Salzburger Nummerntafelkomitee und hunderttausenden Petitionen getragen wurde, die Landesregierungen darin, auf der Wiedereinführung des Gesetzes für die schwarzen traditionellen österreichischen Nummerntafeln zu bestehen.
Während die Vorkehrungen zur Produktion der weißen Nummerntafeln beschleunigt wurden, um vollendete Tatsachen zu schaffen, bereitete eine Mehrheit im Parlament eine Änderung des unbeliebten Nummerntafelgesetzes vor.
Der Verkehrsminister und seine sozialistische Partei hatten Angst vor diesem demokratischen parlamentarischen Vorgehen und drohten damit, dies als Bruch der Koalition zu betrachten, und sie blockierten die Wahl.

Eine lebende Nation ist wie ein lebender Mensch.

Alle Fremdkörper, die nicht ein Teil des kulturellen und traditionellen Organismus sind, werden früher oder später abgestoßen.

Hundertwasser, 1991
© Hundertwasser Archiv, Wien

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Friedensreich Hundertwasser - * 15. Dezember 1928 in Wien; † 19. Februar 2000

Die Hundertwasser-Ausstellung dokumentiert das Schaffen eines der populärsten Künstler des 20. Jahrhunderts als Maler, Architekt und Ökologe. Das internationale Ansehen des Künstlers festigte sich nach einer bewegten Laufbahn, die er mit einem unverwechselbaren malerischen und graphischen Werk begann und mit dem Einsatz für eine natur- und menschengerechtere Architektur sowie mit weltweiten ökologischen Kampagnen fortsetzte.

Die Hundertwasser-Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus dem außergewöhnlichen graphischen Werk von 1951 bis 1999. Der Künstler beherrschte und erneuerte viele graphische Techniken und es gelang ihm, Graphik-Editionen herzustellen, bei denen die Blätter der Auflage Unikate sind, so verschieden wie die Blätter eines Baumes.
 
Originalplakate, die Hundertwasser für Umweltaktionen geschaffen hat, zeigen ihn als einen visionären Künstler, der die aufklärerische Kraft seiner Kunst dafür einsetzt, die Botschaft eines Lebens in Harmonie mit der Natur zu verbreiten und unsere natürlichen Lebensräume zu schützen.
Hundertwasser forderte die individuelle, künstlerische Gestaltung aller Lebensbereiche und schuf selbst Objekte und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. In der Ausstellung sind Exemplare aus seinem Briefmarkenoeuvre zu sehen.
Die Ausstellung wird darüber hinaus durch eine umfangreiche Dokumentation in Form von Fotos, Texten und Handschriften über das Leben und Werk des Kosmopoliten sowie durch didaktisches Material ergänzt.
Im Verkaufsshop werden Objekte und Geschenkideen aus dem bekannten Museumsshop des KunstHausWien angeboten.