HUNDERTWASSERS ORIGINAL-POSTER FÜR DEN UMWELTSCHUTZ

Die Ökologie ist der Prüfstein von Hundertwassers Sensibilität, das empfindliche Zytoplasma seiner fünften Haut. Hundertwasser ist selbstverständlich „grün”, wie er selbstverständlich Maler, Österreicher, Kosmopolit oder Pazifist ist. Seit seiner frühesten Kindheit an hat er eine Hypersensibilität für seine Umgebung an den Tag gelegt. Die Natur ist die höchste Wirklichkeit, die Quelle der universellen Harmonie: Die große Achtung, die er ihr entgegen bringt, hat sehr bald in ihm den Wunsch wachgerufen, sie vor den Überfällen des Menschen und den Schäden durch die Industrie zu bewahren.
Pierre Restany, 1998

Für Hundertwasser ist das Poster das wirksamste Mittel zur Sensibilisierung der öffentlichen Meinung, es wird zum Angelpunkt seiner Kampagnen für den Umweltschutz. Seine Original-Poster werden im aufwändigen Offsetdruck hergestellt und bilden einen eigenen grafischen Bereich innerhalb seines Gesamtwerkes.


CONSERVATION WEEK, 1974

Das Poster entstand im August 1974 anlässlich des Protests gegen die Nukleartests der Franzosen im Pazifik. Das Jahr 1974 ist ein entscheidender Wendepunkt im öffentlichen Engagement Hundertwassers in Sachen Ökologie. Mit dem Poster Conservation Week (Naturschutzwoche) beginnt die lange Reihe seiner Posterkampagnen zugunsten des Naturschutzes.


PLANT TREES – AVERT NUCLEAR PERIL, 1980

Hundertwasser stiftete und übergab dieses Anti-Atom Poster an Ralph Naders Critical Mass Energy Project in Washington D. C., wo am 18. November 1980 der  HUNDERTWASSER DAY von Bürgermeister Marion Barry, Jr., proklamiert wurde und eine Baumpflanzung auf dem Judiciary Square erfolgte.

Das Poster wurde in den folgenden Jahren für verschiedene Anti-Atom-Kampagnen verwendet, und der Verkaufserlös ging an die jeweilige Bürgerinitiative.

Im Jahr 1980 unterstützte Hundertwasser mit diesem Poster die Initiative österreichischer Atomkraftwerksgegner und das österreichische Anti-Atom-Volksbegehren für die Umrüstung des Atomkraftwerkes Zwentendorf in ein kalorisches Kraftwerk und die Verschärfung des Atomsperrgesetzes (Verbot der Nutzung der Kernspaltung für die Energieversorgung in Österreich).

Schon 1978 hatte Hundertwasser ein „Anti-Atom-Manifest“ verfasst. 1980 initiierte er das Weißbuch „Kultur gegen Kernkraft“, im Rahmen dessen Prominente ihre Stimme erhoben und sich für ein kernkraftfreies Österreich einsetzten. Anlässlich der Verleihung des großen Österreichischen Staatspreises für Kunst im Mai 1981 wies Hundertwasser in seiner Rede ausführlich auf die Gefahren der Kernenergie hin.
 

ARCHE NOAH 2000   ̶   YOU ARE A GUEST OF NATURE – BEHAVE, 1981
(Du bist Gast der Natur – Verhalte dich entsprechend)

Hundertwasser stiftete dieses Poster einer weltweiten Naturschutzaktion, die der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Hörzu im Jahr 1981 startete.
1982 übergab Hundertwasser das Poster dem Center of Environmental Education, Washington D. C., 1996 hat er es der World Commission on Forests and Sustainable Development, Woods Hole, MA, USA, zur Verfügung gestellt.


SAVE THE WHALES, 1982 (Rettet die Wale)
SAVE THE SEAS, 1982 (Rettet die Meere)

Im Jahr 1982 übergab Hundertwasser diese Original-Poster an Greenpeace Pacific Southwest und die Jacques Cousteau Gesellschaft (Cousteau Society, Norfolk).
Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Poster flossen an die Umweltorganisationen.
Anlässlich der Übergabe wurde in San Francisco vom 5. bis 11. Dezember 1982 die HUNDERTWASSER WOCHE durch Dianne Feinstein, Bürgermeisterin der Stadt San Francisco, proklamiert.


SAVE THE RAIN, 1983

1983 gestaltete Hundertwasser dieses Poster, um auf die Bedrohung der Natur durch den sauren Regen aufmerksam zu machen. Er stiftete das Poster dem Norwegischen Naturschutzverband. Das Poster wurde im norwegischen Fernsehen präsentiert. Der Pressekonferenz am 17. Oktober ging ein Baumpflanzen vor der Akershus Festung im Zentrum Oslos voran, wobei die norwegische Umweltschutzministerin Rakel Surlien, die Vorsitzende des Norwegischen Naturschutzverbandes Prof. Ragnhild Sundby und Hundertwasser je einen Baum pflanzten.


HAINBURG   ̶   DIE FREIE NATUR IST UNSERE FREIHEIT, 1984

Hundertwasser beteiligte sich an der Kampagne zum Schutz der Donau-Auen von Hainburg im Osten Wiens und gegen die Abholzung von Augebieten zur Errichtung eines Kraftwerks. Er schloss sich den Demonstranten an und kampierte mit ihnen bei Minusgraden in der Au. Er schuf ein Poster und widmete es dem „Konrad-Lorenz-Volksbegehren“ zum Schutz der Auen und für Rechtshilfe für politisch verfolgte Umweltaktivisten.


USE PUBLIC TRANSPORT – SAVE THE CITY, 1989/ 1997/1999

Beginnend mit dem Poster anlässlich des 48. Kongresses der UITP schuf Hundertwasser insgesamt drei Poster für die „Union Internationale des Transports Publics“ in Brüssel  ̶   eindringliche Plädoyers für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel.



SURVIVAL OR SUICIDE  ̶   RAINFOREST, 1990
(Überleben oder Selbstmord  ̶   Regenwald)

Das Poster wurde ECOROPA Paris gewidmet (The European Group for Ecological Action) und dem World Rain Forest Movement und am 22. April 1990 in Paris anlässlich des “Earth Day” präsentiert.


AMONG TREES YOU ARE AT HOME, 1999
(Unter Bäumen bist du zu Hause)

Dieses Poster spendete Hundertwasser dem Jüdischen Nationalfonds KKL zugunsten der Wiederaufforstung der Negev-Wüste, nahe der biblischen Stadt Beer-Schewa.

© 2009 Hundertwasser Archiv, Wien

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Friedensreich Hundertwasser - * 15. Dezember 1928 in Wien; † 19. Februar 2000

Die Hundertwasser-Ausstellung dokumentiert das Schaffen eines der populärsten Künstler des 20. Jahrhunderts als Maler, Architekt und Ökologe. Das internationale Ansehen des Künstlers festigte sich nach einer bewegten Laufbahn, die er mit einem unverwechselbaren malerischen und graphischen Werk begann und mit dem Einsatz für eine natur- und menschengerechtere Architektur sowie mit weltweiten ökologischen Kampagnen fortsetzte.

Die Hundertwasser-Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus dem außergewöhnlichen graphischen Werk von 1951 bis 1999. Der Künstler beherrschte und erneuerte viele graphische Techniken und es gelang ihm, Graphik-Editionen herzustellen, bei denen die Blätter der Auflage Unikate sind, so verschieden wie die Blätter eines Baumes.
 
Originalplakate, die Hundertwasser für Umweltaktionen geschaffen hat, zeigen ihn als einen visionären Künstler, der die aufklärerische Kraft seiner Kunst dafür einsetzt, die Botschaft eines Lebens in Harmonie mit der Natur zu verbreiten und unsere natürlichen Lebensräume zu schützen.
Hundertwasser forderte die individuelle, künstlerische Gestaltung aller Lebensbereiche und schuf selbst Objekte und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. In der Ausstellung sind Exemplare aus seinem Briefmarkenoeuvre zu sehen.
Die Ausstellung wird darüber hinaus durch eine umfangreiche Dokumentation in Form von Fotos, Texten und Handschriften über das Leben und Werk des Kosmopoliten sowie durch didaktisches Material ergänzt.
Im Verkaufsshop werden Objekte und Geschenkideen aus dem bekannten Museumsshop des KunstHausWien angeboten.